Naturerleben


Der Dokumentarfilmer und Autor Klemens Kuby beschreibt in seinem Buch "Unterwegs in die nächste Dimension" ein einprägsames Erlebnis bei einem Naturvolk. Dieses kannte offenbar nur ein Wort für alle Arten von technischen Geräten. Allerdings nutzten die Menschen unzählige Worte für etwas, wofür Kuby nur eines kannte: Bewusstsein.

 

Wie kommt das? Ich denke, dass manche Naturvölker etwas nicht haben, was "zivilisierte“ Menschen kennzeichnet: Es ist die Vorstellung, es gibt "mich“ und alles außerhalb meiner physischen Körpergrenzen bin auf jeden Fall "nicht ich“. Aus dieser Vorstellung resultieren insbesondere Ängste vor... "dem andern", was "ich" nicht kontrollieren kann.

 

Anders sieht es z.B. das indigene Volk der Maya mit der Vorstellung des "In lak'ech", was so viel heißt wie "Ich bin ein anderes Du", eingebunden in eine große, dynamische Ordnung. Besser könnte man die Existenz von Individualität bei gleichzeitiger Identität mit allen bzw. allem kaum ausdrücken. Ich halte das nur für einen scheinbaren Widerspruch, der sich insbesondere im eigenen Naturerleben wunderbar auflösen kann. So wird vielschichtiges Bewusstsein im wahrsten Sinn des Wortes selbstverständlich.

 

Meiner Erfahrung nach sind Konzepte und Methoden, um sich selbst bewusster zu werden, um Probleme zu lösen usw., umso weniger erforderlich, je stärker ein Mensch die Naturerfahrung als „in Kontakt gehen mit sich selbst“ erlebt. Hypnotische Prozesse und Zustände müssen weniger bis gar nicht mehr formal eingeleitet und ausgeleitet werden – weil sie hier zu dem werden, was sie schon immer sindursprünglich, natürlich, einfach Teil unseres Daseins und unserer Handlungsalternativen.

 

Ganz praktisch bedeutet dies für meine Arbeit: Bewegen wir uns im Praxisraum, so nutze ich gerne mentale Vorstellungen von Natur. Bewegen wir uns draußen im Wald, Feld oder an einem Gewässer, was zumeist in Seminaren der Fall ist, binde ich Natur "echt" und gerne spielerisch ein. Besser gesagt, bindet die Natur uns ein...